Association for the Study of Peak Oil Switzerland

Wann kommt Peak Oil?

  • Dass die Welt auf Peak Oil und Peak Gas zusteuert, ist im Prinzip unbestritten. Zur Debatte steht: Wann werden Peak Oil und Peak Gas eintreten, und was werden wir tun, um mit dieser Herausforderung umzugehen. Die ASPO CH betont dazu: Erdöl wird in absehbarer Zeit knapp. Die Zeit vor dem Eintreten des Peak Oil sollte zur umsichtigen Vorbereitung genutzt werden.

    Auf Grund der Analyse weitgehend bekannter historischen Industriedaten der globalen Produktion und Entdeckungen sowie Schätzungen der zukünftigen Produktionsmengen ist ein globaler Peak irgendwann vor 2020 zu erwarten. Das konventionelle Erdöl hat gemäss der Internationalen Energie Agentur (IEA) den Peak Oil bereits im Jahre 2006 bei 70 Millionen Fass pro Tag erreicht. Derzeit wird versucht mit nicht-konventionellem Erdöl die Förderung weiter zu steigern.

    Als konventionelles Erdöl bezeichnet man dasjenige, das leicht zu produzieren ist. Nicht inbegriffen ist das Erdöl in den polaren Regionen, das Tiefseeöl, bituminöses Erdöl in Sanden und Erdöl aus Schiefern, das als nicht-konventionelles Erdöl bezeichnet wird. Dieses Erdöl ist schwer und unter grösserem Energieaufwand zu fördern und deshalb weniger wirtschaftlich.

    Die Zeitpunkte der Oil- und Gas Peaks lassen sich nicht genau voraussagen, denn vieles hängt von den Fund- und Entwicklungsraten, dem technischen Fortschritt sowie von der Verbrauchsrate ab, welche ihrerseits stark preisabhängig ist. Dazu kommt, dass in vielen Ländern, z.B. im Nahen Osten, offizielle Daten von Öl- und Gas-Reserven oft nicht sehr zuverlässig sind, da sie als Staatsgeheimnis behandelt werden.

    Somit wird der genaue Zeitpunkt des globalen Peak Oil nur im Rückblick für Historiker klar erkennbar werden. Verschiedene nationale Peak Oils können von den Historikern heute schon klar dargestellt werden, am bekanntesten ist der US-Peak von 1970.

    Marion King Hubbert (1903 – 1989), Erdölgeologe von Shell. Erster Wissenschafter, der vor den weit reichenden Folgen des Peak Oil warnte.

  • In den USA hatte schon im Jahre 1957 King Hubbert, Geologe von Shell, auf das Phänomen des Peak Oil hingewiesen. Hubbert studierte die ständig abnehmenden US Ölreserven und warnte vor der bis heute ungelösten Problematik der selbstliquidierenden Ölfelder. Seine Voraussagen, erst angezweifelt, haben sich in den USA weitgehend bestätigt. Seine Aussagen sind in der Erdölindustrie schon lange bekannt.

    Die Voraussage des Peak Gas Zeitpunktes ist noch schwieriger als jene von Peak Oil. Hier kommt es speziell darauf an, wie schnell die bekannten grossen Gasfelder im Norden von Russland, im Nahen Osten, in Kasachstan, in Turkmenistan und in anderen Gebieten der Welt an ein effizientes Pipeline System zu den Verbrauchern in Europa und Asien angeschlossen werden. Verflüssigtes Gas (LNG) wird als weltweit gehandelter Rohstoff stark wachsen, ist aber teurer und weniger energieeffizient. Der nordamerikanische Kontinent wird weitgehend darauf zurückgreifen müssen.

    Kohlereserven, die zur Zeit noch reichlich sind, werden längerfristig auch Mangelware werden. Auch die Kohle hat wie das Erdöl und das Erdgas ein Fördermaximum, einen Peak. Die im Tagbau oder in untiefen Minen leicht zugänglichen Vorkommen werden sich erschöpfen. Dazu ist zu bedenken, dass wirtschaftlich abbauwürdige Vorkommen oft fern von den grossen Verbrauchszentren liegen und die Logistik grosse und teure Investitionen benötigt. Zusätzlich kommen bei der Kohle grosse Umweltprobleme hinzu.

    Hubbert (1957) Voraussage des Peak Oil (blaue Kurve) und Realität der US-Erdölproduktion (rote Kurve). Quelle: AAPG Explorer, 2000